Ohrenreinigung beim Hund: Wie oft sie sinnvoll ist und worauf du achten solltest

Ohrenreinigung beim Hund: Wie oft sie sinnvoll ist und worauf du achten solltest

Viele Hundebesitzer sind unsicher, wie oft sie die Ohren ihres Hundes überhaupt reinigen sollten.

Ein anatomisch und physiologisch gesundes Hundeohr verschmutzt und entzündet sich in der Regel nicht. Hundeohren verfügen über eine natürliche Reinigungsfunktion: Durch die permanente Zellerneuerung im Gehörgang wandern junge Hautzellen vom Rand des Trommelfells nach außen zur Ohrmuschel und transportieren dabei Ohrenschmalz sowie abgestorbene Zellbestandteile nach außen.

Bei einigen Hunderassen – insbesondere bei Hunden mit verengten Gehörgängen (z. B. Mops, Französische oder Englische Bulldogge sowie andere brachycephale Rassen) oder mit starkem Fellbewuchs im Gehörgang (z. B. Pudel sowie moderne Mischungen wie Labradoodle oder Cockapoo) – funktioniert diese natürliche Reinigungsfunktion jedoch häufig weniger effektiv.

Auch allergische Reaktionen auf Futtermittel oder Umweltallergene können die Entstehung von Ohrproblemen sowie eine vermehrte Ohrenschmalzbildung begünstigen.

Durch diese Faktoren kann das empfindliche Gleichgewicht im Hundeohr gestört werden, wodurch sich Hefepilze und/oder Bakterien leichter vermehren und Entzündungen entstehen können.

Wann sollte man Hundeohren reinigen?

Oft merkt man erst später, dass die Ohren gereizt sind. Typische Anzeichen sind:

  • vermehrtes Kopfschütteln
  • Kratzen an den Ohren
  • unangenehmer Geruch
  • bräunliche Ablagerungen im Ohr
  • empfindliche Reaktion beim Berühren
  • vermehrtes Ohrenschmalz

Wie oft sollte man Hundeohren reinigen?

Bei vielen Hunden reicht eine Kontrolle alle ein bis zwei Wochen völlig aus. Das Ohr reinigen solltest du am besten nur dann, wenn das Ohr anfangs wirklich auffällig wirkt. Denn zu häufiges Reinigen kann die empfindliche Haut im Ohr reizen und das natürliche Ohrmilieu stören.

Womit sollte man Hundeohren reinigen?

Für die Ohrenreinigung eignen sich ausschließlich Ohrreiniger mit milden Inhaltsstoffen speziell für Hunde. Wichtig ist, dass die Produkte die Haut nicht austrocknen und Schmutz sanft lösen, ohne das Ohr zusätzlich zu reizen und ohne das natürliche Gleichgewicht im Ohr zu belasten. Stark parfümierte oder aggressive Reiniger sind für die Ohren deines Hundes ein No Go.

Chlorhexidin besitzt antimikrobielle Eigenschaften und kann helfen, das Wachstum von Hefepilzen und Bakterien im Ohr zu reduzieren.

Was sollte man bei der Ohrenreinigung vermeiden?

Im Alltag passieren bei der Ohrenpflege oft kleine Fehler.

Dazu gehören:

  • Wattestäbchen tief im Ohr
  • Hausmittel wie Öl oder Alkohol
  • grobes Reiben
  • zu häufiges Reinigen
  • mehrere Produkte gleichzeitig verwenden

Vor allem Wattestäbchen schieben Ablagerungen häufig tiefer ins Ohr, statt sie zu entfernen.

So läuft eine sanfte Ohrenreinigung ab

Wichtig ist, dabei ruhig vorzugehen, keinen Druck auf deinen Hund auszuüben und nie tief ins Ohr zu greifen.

  • Ohr vorsichtig anheben
  • Ohrreiniger nach Anleitung anwenden
  • Das Ohr von außen sanft massieren
  • Den Hund kurz schütteln lassen
  • Überschüssige Flüssigkeit außen an der Ohrmuschel vorsichtig entfernen

Ohrenpflege bei empfindlichen Hunden

Hunde mit Allergien oder empfindlicher Haut reagieren oft sensibler auf falsche Pflegeprodukte. Gerade bei empfindlichen Hunden reicht oft schon eine sehr zurückhaltende Pflege. Eine sanfte Reinigung in größeren Abständen ist sinnvoller als zu häufiges Reinigen.

Wenn dein Hund generell empfindliche Haut hat, kann auch ein Blick auf die richtige Fellpflege und milde Pflegeprodukte sinnvoll sein.

Mit Ohrenproblemen zum Tierarzt

Nicht jede Veränderung lässt sich mit Pflege lösen. Wenn dein Hund dauerhaft den Kopf schüttelt, die Ohren stark riechen, stark gerötet sind und Schmerzen zeigen, solltest du die Ursache tiermedizinisch abklären lassen.

Eine Ohrenreinigung ersetzt keine Behandlung, wenn bereits eine Ohrenentzündung beim Hund vorliegt.

Fazit

Die Ohren deines Hundes solltest du ruhig, gezielt und nur bei Bedarf reinigen. Oft reicht es schon, die Ohren regelmäßig anzuschauen und auf Veränderungen zu achten. Wenn eine Reinigung sinnvoll wird, ist eine sanfte Pflege meistens ausreichend.

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Dr. med. vet. Benjamin Winkler

„Ich sehe täglich Tiere mit Hautproblemen. Mein Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die sanft sind und gleichzeitig wirklich helfen.“

Dr. med. vet. Benjamin Winkler mit Zusatzbezeichnung GPCert Dermatology und Mitgründer von VetDok®

In seiner täglichen Arbeit behandelt er vor allem Hunde mit Juckreiz, Allergien, empfindlicher Haut und vielen anderen Hautkrankheiten. Sein Anspruch: Wissenschaftlich fundierte Pflege, die wirksam und gleichzeitig besonders verträglich ist.